American Cocker Spaniel
(von Christina Grantz)
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(Diese Pflegeanleitung ist auch in der Zeitschrift "Der Hund" im Sonderteil "Pflege und Hygiene" Ausgabe 7/2003 erschienen)
DJ von der Pommerschen Heide - genannt "Teddy"
Der American Cocker Spaniel ist ein eleganter,
attraktiver Hund. Seine Schönheit kommt aber nur zur Geltung, wenn er seinem
Rassestandard entsprechend frisiert ist. Der Ami-Cocker ist äußerst
pflegeaufwendig und muss alle 4 bis 6 Wochen in den Hundesalon. Er kann
selbstverständlich mit etwas Übung auch von seinem Besitzer allein in Form
gebracht werden. Schon der ganz junge Cocker sollte sich an die wichtige
Haarpflege gewöhnen, dazu gehört ein regelmäßiges, intensives Bürsten und Kämmen.
Eine Zeit lang habe ich selbst Ami-Cocker gezüchtet.
Die Welpen bekamen bereits kurz vor der Abgabe in ihre neue Familie ein erstes
Trimming. Den Kopf- und Halsbereich habe ich schon im Alter von 8 Wochen
geschoren und auch die Pfoten erhielten ihre Form. So können sich junge
Hunde frühzeitig an die Pflege gewöhnen und sie haben keine Scheu vor der
Verschönerung. Die Arbeitsbereiche Kopf, Hals, Pfoten und Afterpartie werden in
den folgenden Monaten im Salon regelmäßig weiter bearbeitet. Das Welpenhaar löst
sich etwa mit 8 bis 10 Monaten. Das bedarf einiger Geduld. Jetzt erst ist ein
Trimmen am Rücken möglich. Zu frühe Versuche, das Welpenhaar mit Hilfe der
Effilierschere zu entfernen, rächen sich im ganzem späteren Haarwuchs
(geschnittenes Haar wächst viel schneller und üppiger nach).
Vorbereitung:
Das Trimming bedarf einiger Vorbereitung. Die Pflege
nimmt einen sehr hohen Zeitaufwand in Anspruch. Zuerst wird der Hund gründlich
gebürstet und durchgekämmt. Eventuelle Verfilzungen entferne ich vorsichtig
mit einem Entfilzungskamm. Die Problemzonen unter den Achseln und im
Genitalbereich können behutsam mit der Schere oder der Schermaschine ausgedünnt
werden, aber immer so, dass es von außen nicht sichtbar wird.
Nun kann ich den Ami-Cocker baden und föhnen. Ich persönlich lege meinen Kunden nahe, ihren Hund einen Tag vor dem Trimmtermin selbst zu baden, um dem Cocker so unnötigen Stress zu ersparen. Das Föhnen kann bei dieser Rasse schon einmal bis zu 2 Stunden dauern. Der Zeit- und Kostenaufwand im Salon wird dadurch sehr hoch.
Erfolgt das Baden in meinem Salon, arbeite ich alle
zu frisierenden Körperpartien vor, um den Trocknungszeitraum zu verkürzen.
Dann verwende ich ein gutes rückfettendes Hundeshampoo und zusätzlich eine
Fellpflegespülung. Liebhaberhunde
müssen vor jedem Friseurtermin gebadet werden, Ausstellungshunde dagegen möglichst
wöchentlich, um das Haarwachstum anzuregen und der American Cocker Spaniel
zeichnet sich nun einmal durch seine üppige Haarpracht aus. Der Hund wird mit
handwarmen Wasser bis auf die Haut durchnässt. Danach werden vor allem die
stark behaarten Körperpartien gut shampooniert und anschließend die Pflegespülung
einmassiert. Mit klarem Wasser müssen alle Shampoonierungen sehr gründlich
aus dem Fell herausgespült werden. Jetzt streife ich alles überschüssige
Wasser aus dem Hundefell und verwende dazu Tiertrockentücher. Dabei achte ich
darauf, dass das Fell immer nur ausgestrichen wird. Ein wildes Rubbeln würde zu
Verfilzungen führen, was unbedingt zu vermeiden ist! Anschließend wird der
Ami-Cocker in ein großes Handtuch gewickelt und zum Föhnen auf den Tisch
gestellt.
Das Trocknen erfolgt Stück für Stück, am besten
mit einem Standföhn. So sind beide Hände frei, um das Haar ständig zu bürsten.
Viele Züchter verwenden für den Körper einen abgeschnittenen Nylonstrumf, den
sie über den Körper des Cockers ziehen. So ist es möglich, sich erst auf die
dicht behaarten Körperpartien (Ohren und Läufe) zu konzentrieren und der Rücken
pludert sich nicht auf. Erst wenn der Hund vollkommen getrocknet ist, beginnt
das eigentliche Trimming.
Mit der elektrischen Schermaschine (2-3mm Scherkopf)
beginne ich zuerst den Behang gegen die Haarwuchsrichtung zu scheren (Außen-
und Innenseite, ca. die Hälfte vom eigentlichen Ohrlappen). Ich achte dabei
besonders auf die Ohrränder und die am Innenohr befindlichen doppelten Ohrläppchen.
Hier kann es sonst leicht zu Verletzungen kommen!
Danach schere ich gegen die Haarwuchsrichtung mit dem
2-3 mm Scherkopf den Fang (Lefzenfalten beachten) und die Seiten des Oberkopfes
bis kurz über die Augen und Stop. Für den Ausstellungshund verwende ich unter
der Augenpartie und direkt unter dem Nasenspiegel an den oberen Lefzen einen 2
mm Scherkopf. Damit wird die laut Rassestandard geforderte genügend tiefe
Belefzung betont. Es ist aber nicht bei jedem Ami-Cocker nötig.
Die Halspartie schere ich für den Ausstellungshund
mit dem 2-3 mm Scherkopf V-förmig mit dem Strich (bis ca. 2 cm hinter den
Hinterhauptstachel und bis zur Brustbeinspitze), für den Liebhaberhund schere
ich aber gegen den Strich, da es so schneller und einfacher ist.
Die Übergänge zu den längeren Fellpartien werden effiliert und
getrimmt.
Den Oberkopf effiliere ich für den Ausstellungshund
in Haarwuchsrichtung, dabei bleibt ein kleiner Pony stehen, der den Stop betont.
Die Übergänge zu den geschorenen Partien werden sanft ausgeglichen. Beim
Liebhaberhund schere ich den Oberkopf mit 2-3 mm gegen den Strich, bis auf ein
„Dreieck“, dessen Spitze in der Höhe des vorderen Ohransatzes liegt. Der
Pony kann hier je nach Kundenwunsch länger oder kürzer effiliert werden.
Die Rute des Ausstellungs-American Cocker Spaniels wird sehr kurz frisiert. Sie darf nicht zu üppig wirken und keine Fahne besitzen. Die Oberseite wird getrimmt oder effiliert und die Unterseite geschoren. Bei Liebhaberhunden lasse ich eine leichte Fahne stehen.
Afterpartie:
Die Afterpartie bis zum Wirbel schere ich mit dem 2-3 mm Scherkopf. Die Übergänge effiliere oder trimme ich, so dass sie fließend ineinander übergehen.
Im Hundesalon wäre der Zeit und Kostenaufwand für
den Liebhaber, dessen Hund nicht zur Ausstellung geht, viel zu hoch. Bei diesen
Hunden trimme ich den Rücken bis an die Seiten ca. in Höhe des Ellenbogens in einer Linie nach hinten.
Hier trimme ich mit einem Trimmstriegel oder mit einem mittleren bis feinen Trimmmesser, das ich nur kämmend
benutze. Anschließend bearbeite ich die Rückenpartie weiterhin mit der
Effilierschere. Einigen Kunden erscheint das Rückenhaar jetzt immer noch zu
lang. „Es wächst doch so schnell!“ Hier schere ich auf besonderen
Kundenwunsch den Rücken mit der Schermaschine (6 mm Scherkopf). So geschoren
darf natürlich kein American Cocker Spaniel auf der Ausstellung erscheinen!!!
Aber der Kunde ist König und als Saloninhaberin möchte ich natürlich, dass
der Kunde auch wiederkommt! Ansonsten geht der Kunde nämlich mit seinem Hund
zum anderen Hundefriseur, wo er entsprechend bedient wird, oder er legt selbst
Hand an.
Pfoten und Läufe:
Die Läufe des Liebhaberhundes können je nach Wunsch mehr oder weniger mit der Effilierschere möglichst unter dem Deckhaar ausgedünnt werden. Das hängt aber wieder vom einzelnen Kunden ab, sollte aber immer noch so geschehen, dass die typische Frisur des American Cockers zur Geltung kommt.
Und hier der fertige American Cocker: "Vicky von der Wieck"