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HanjaDer English
Cocker Spaniel ist eine der bekanntesten und weit verbreitetsten Spanielrassen.
Er wurde ursprünglich für die Jagd als Stöberhund gezüchtet. Es gibt ihn in
vielen attraktiven Farben – Einfarbig (z. B. Rot, Schwarz, ...) und Mehrfarbig
(z. B. Blauschimmel, Schwarz/Weiß ,...). Der Cocker ist ein fröhlicher,
temperamentvoller Begleiter und sein elegantes Aussehen und liebevolles Wesen lässt
ihn zu einem Hingucker werden. Er ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten
Familienhunde. Sein langes seidiges Haarkleid setzt natürlich eine
intensive Fellpflege voraus. Hier ist gewisse Sorgfalt erforderlich. Regelmäßiges,
tägliches Bürsten und Kämmen ist ein Muss und alle 8 bis 12 Wochen ist ein
Trimming nötig. Besonderes Augenmerk muss dem Behang gewidmet werden, sonst
kommt es hier schnell zu Verfilzungen und im schlimmsten Fall zu Ohrentzündungen.
Was viele Menschen nicht glauben: Die Pflege des Cocker Spaniels ist aufwendig. Die besten Voraussetzungen für eine etwas unkompliziertere Haarpflege hat der Cocker, der dem Standard folgend ein glattes, seidiges, niemals drahtiges oder welliges, nicht zu reichliches und niemals gelocktes Haarkleid besitzt. Ein solcher Hund mit echtem seidigen Haar hat meist keine üppige Haarpracht, weder am Kopf, noch an den Läufen und schon gar nicht auf dem Rücken. Solch ein Hund lässt sich natürlich am leichtesten pflegen.
In der Praxis sieht es oft etwas anders aus. Viele Cocker haben ein zu wolliges und üppiges Haarkleid. Der Aufwand, diese Cocker für eine Ausstellung zurecht zu machen, ist sehr groß und in einer einzigen Pflegestunde nicht zu schaffen. Das Trimming muss dann auf mehrere Tage verteilt werden. Für den Liebhaber, der seinen Hund in den Salon bringt, aber keine Ausstellung besucht, wäre der Zeit- und Kostenaufwand zu hoch, darum werde ich hier beide Alternativen erläutern.

Der 8 Wochen alte, zunächst glatthaarige Welpe, wird sich schon bald in den nächsten Monaten zu einem mehr oder weniger kleinen Wollknäuel entwickeln. Der ganze Körper überzieht sich mit einem weichem, wolligen Flaum, dem Welpenhaar, welches unter keinen Umständen zu früh und mit Gewalt entfernt werden darf. Bis sich das Babyfell lockert, das geschieht etwa im Alter zwischen dem 8. und 12. Monat, wird der Welpe beziehungsweise Junghund nur gekämmt und gebürstet, die Pfoten und die Afterpartie werden geschnitten und das Haar am Kopf gezupft. Zum Kämmen empfiehlt sich ein Spratt-Kamm Nr. 73 oder ein weitzinkiger Metallkamm, in den ein Gummiband eingeflochten wird.

Nachdem sich das
Welpenhaar gelockert hat, ist es kein Problem mehr, die Decke mit einem Coat
King (20 Zähne) oder mit einem Trimmmesser (dieses nur kämmend benutzen) zu
bearbeiten, keinesfalls trimmen, das weiche, seidige Haar würde sonst
abbrechen!
Jetzt
wird sich zeigen, ob der Junghund ein dem Standard entsprechendes Haarkleid
besitzt. Im Normalfall bleibt die Jacke jetzt glatt und hat eine leuchtende
Farbe.
Vorbereitung:
Um den Cocker gut
bearbeiten zu können, wird er zuerst gründlich mit einer Zupfbürste gebürstet
und anschließend mit einem Kombikamm gut durchgekämmt. Es dürfen keine Filzknödchen
im Haar verbleiben. Besonders ist auf die Achselhöhlen und die Innenschenkel zu
achten. Hier kann auch ohne dass es von Außen sichtbar wird, die Schere oder
Schermaschine eingesetzt werden. Der Intimbereich des Rüden sollte aus
hygienischen Gründen frei gehalten werden.
Die
nummerierten Felder in den folgenden Zeichnungen entsprechen den einzelnen
Arbeitsschritten.
Die
Nummern in der Zeichnung deuten auf die einzelnen Arbeitsschritte hin (Skizze
Ch. Grantz)

1.
Schritt: Jacke
Ich beginne
mit dem Rücken. Je nach Fellbeschaffenheit entscheide ich, welches Trimmgerät
eingesetzt wird. Entspricht der Spaniel dem Standard, benutze ich lediglich das
Magnet-Trimmmesser (sehr feine Ausführung), um loses, totes Haar zu entfernen.
Ist die Jacke aber wollig und lang, pudere ich den Hund zunächst mit
Kreidepuder ein. Das Trimmen mit dem Coat King ist so bedeutend leichter, denn
die Haare werden griffiger. Der gesamte Rücken (seitlich bis auf die Höhe der
Ellenbogengelenke und hinten bis in die Oberschenkel hinein) wird so lange
bearbeitet, bis das Haarkleid schön
glatt anliegt.
Es
gibt Züchter, die ihren Cocker insgesamt von Hand zupfen. Dazu werden
Gummihandschuhe oder Fingerlinge benutzt. Dieser Arbeitsgang
erfordert einen erheblichen Kraft- und Zeitaufwand und wird meistens über
mehrere Tage verteilt.
2.,
3. und 4. Schritt: Afterpartie, Rute und Sprunggelenk
Um den
gesamten Bereich der Afterpartie und die Unterseite des Rutenansatzes zu kürzen,
benutze ich eine einseitig gezahnte Effilierschere. Dabei muss man auf fließende
Übergänge zur Hinterhand achten.
Die unkupierte Rute
soll harmonisch dem Körper angepasst werden. Mit einer geraden scharfen Schere
wird eine nicht zu lange Fahne geschnitten. Eine zu üppige Rute dünnt man mit
dem Trimmstriegel aus.
Von den
Sprunggelenken abwärts bis hin zu den Pfoten wird mit der geraden Schere glatt,
aber nicht zu kurz geschnitten, damit die Winkelungen der Hinterhand optimal zur
Geltung kommen. Sollten noch Stufen sichtbar sein, gleiche ich mit der
Effilierschere die Unebenheiten aus. Von hinten gesehen wird noch seitlich
abstehendes Haar ausgetrimmt.
5.
Schritt: Pfoten
Die
Cockerpfoten sollen wie Katzenpfoten rund, geschlossen und kompakt wirken. Dabei
wird alles überstehende Haar, das um die Pfoten und über den Zehen
hervortritt, mit der geraden Schere geschnitten. Das Haar zwischen den Ballen
wird entfernt, damit sich dort keine Steinchen festsetzen können, die dem
Cocker das Laufen sehr erschweren würden. Um besser zwischen die Ballen zu
gelangen, benutze ich eine gebogene Pfotenschere.
Die Fotos zeigen jeweils eine fertige und eine noch nicht bearbeitete Pfote:
6.
Schritt: Kopf
Totes Haar am
und auf dem Kopf (Oberkopf und Fang) sollte für den Ausstellungshund nach Möglichkeit
nur mit Daumen und Zeigefinger herausgezupft werden. Dazu kann man einen Gummidäumling
und wieder etwas Kreidepuder benutzen. Diese Methode ist die beste Methode!
Weiterhin ist es möglich, mit einem stumpfen Trimmmesser, das sogenannte Krönchen
zu zupfen.

Es gibt allerdings
Hunde, wo das Haar am Kopf sehr fest sitzt und denen ich den Schmerz und hohen
Zeitaufwand damit erspare, in dem ich die Effilierschere oder Schermaschine
einsetze.
7.
Schritt: Hals
Die
Halspartie, bis unter die Ohren und nach unten bis zur Brustbeinspitze, wird V-förmig
mit der Effilierschere kurz gehalten. Einfacher
ist es, wie ich es mache: Ich schere ca. 20 Tage vor der Ausstellung gegen die
Haarwuchsrichtung mit einem 3 bis 6 mm Scherkopf, so sind bis zum
Ausstellungstag keine Schermuster mehr zu erkennen. Kleinere Wirbel effiliere
ich dann kurz vor dem Ausstellungstermin noch einmal nach.
Halspartie vorher
Wichtig ist, dass es
keine Stufen oder Absätze zu den glatt getrimmten Seiten gibt. Ich zupfe mit
der Hand oder effiliere diese Partien.

8.
Schritt: Behang
Der Behang soll eng
und flach am Kopf anliegen. Die Ohransätze werden mit dem Trimmmesser oder mit
der Effilierschere ausgedünnt.
9.
Schritt: Vorderläufe
Die Vorderläufe
sollen von vorn kurzes, anliegendes Haar aufweisen und nach hinten gut befedert
sein. Hierbei kann man je nach Haartyp entscheiden, wie man vorgeht. Am besten
sieht es aus, wenn die Vorderläufe gezupft werden, aber es gibt Cocker mit sehr
festsitzendem, schwer zu trimmenden Haar. Dort nehme ich wieder die Ausdünnschere.
10. Schritt
Allzu üppige und starke Befederung wird mit einem feinem Kamm oder mit dem Coat King etwas ausgedünnt. Fahnen, die über den Boden schleifen oder zippelig aussehen, werden vorsichtig gekürzt, so dass eine schöne Linie entsteht.
11.
Schritt: Baden
Der English Cocker
Spaniel sollte nur selten gebadet werden, 3 bis 4 mal im Jahr sind völlig
ausreichend. Wird zu oft Shampoo ben
Ich benutze im
Salon nach dem Trimming ein gutes, rückfettendes Shampoo und eine Fellaufbauspülung.
Beim Baden muss natürlich darauf geachtet werden, dass kein Wasser und Shampoo
in die Gehörgänge und Augen kommt.
Das Vortrocknen
erfolgt bei mir in der Fönbox, dann arbeite ich mit dem Handfön nach, wobei
das Haar ständig glatt gebürstet wird.
Evi
Wenn der Hund
vollkommen trocken ist, kontrolliere ich alles noch einmal, um eventuelle
Unebenheiten auszugleichen. Das Cockerhaar ist nun wieder glatt und glänzend.

Arbeitsmaterialien